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Abfälle, die wir nicht sehen: Mikroplastik

Abfallvermeidung fängt im Kleinen an. Tausende Aktionen zeigen europaweit jedes Jahr Alternativen zu Wegwerfgesellschaft und Ressourcenverschwendung auf. Jeder und jede Einzelne kann etwas tun. Erfahren Sie mehr über die Entstehung, Gefahren und Vermeidung von Mikroplastik.

 

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Bei der Umweltbelastung durch Fahrzeuge denken viele nur an die CO2-Emissionen. Der Abrieb der Reifen als Hauptverursacher für das Problem von Mikroplastik in der Umwelt wird meistens vernachlässigt.

  • Die kleinen Partikel verbreiten sich rasch in der Umwelt und sind längst in der Nahrungskette angekommen.
  • Auch wir Menschen nehmen Mikroplastik auf, nachweislich über Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte, Meersalz und Mineralwasser.
  • Zugleich atmen wir Mikroplastik ein, das in Stäuben, vor allem in Städten, durch die Luft schwebt.
  • Pkw-Reifen machen 88 Prozent der Reifenabriebe aus, Lkw-Reifen acht Prozent, dazu kommen noch Abriebe von Skateboard-, Fahrrad- und Motorradreifen.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat erstmals für Deutschland eine sehr differenzierte Abschätzung hierzu erarbeitet. Mit über 30 Prozent steht der Reifenabrieb auch hier weit ab vor anderen Quellen an erster Stelle der Eintragsmengen (Fraunhofer UMSICHT, Konsortialstudie Juni 2018).
  • Das Institut identifizierte 74 verschiedene Quellen, die primäres Mikroplastik freisetzen – zu 51 Quellen konnte es auch Mengenangaben abschätzen. Insgesamt werden demnach jährlich 330.000 Tonnen bzw. 4.000 Gramm pro Kopf freigesetzt.
  • Rund ein Drittel (110.000 Tonnen) des Mikroplastiks in Deutschland gelangt auf diese Weise in die Umwelt.

Quelle: www.umsicht.fraunhofer.de/content/dam/umsicht/de/dokumente/publikationen/2018/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf

Achtlos in der Natur hinterlassener Plastikmüll zerfällt durch den Einfluss von UV-Strahlung, Witterung oder mechanischer Einwirkung (z.B. Meeresbrandung) zu fast unsichtbaren Partikeln. Diese Partikel unter 5 mm Durchmesser nennt man Mikroplastik. Sie sind in der Natur nur schwer abbaubar und werden von Tieren und Mikroorganismen aufgenommen.

Ursachen:

  • Hinterlassene Verpackungsabfälle, z.B. nach dem Picknick bzw. Grillen
  • Kunststoffgegenstände die von Schiffen in Gewässer geworfen werden
  • Folien auf Landwirtschaftlichen Flächen
  • Plastikgegenstände, die in die Umwelt gelangen z.B.:
    - Folien von Snack-Riegeln oder Zigarettenpackungen
    - Zigarettenfilter
    - Trinkpäckchen u.ä.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat erstmals für Deutschland eine sehr differenzierte Abschätzung hierzu erarbeitet. Bei ca. 8 % liegt der Anteil der Eintragsmengen der oben aufgelisteten Kunststoffabfälle (Fraunhofer UMSICHT, Konsortialstudie Juni 2018).
  • Das Institut identifizierte 74 verschiedene Quellen, die primäres Mikroplastik freisetzen – zu 51 Quellen konnte es auch Mengenangaben abschätzen. Insgesamt werden demnach jährlich 330.000 Tonnen bzw. 4.000 Gramm pro Kopf freigesetzt.
  • Rund 26.100 Tonnen des Mikroplastiks in Deutschland gelangt auf diese Weise in die Umwelt.

Quelle: www.umsicht.fraunhofer.de/content/dam/umsicht/de/dokumente/publikationen/2018/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf

Ein großer Teil unserer Kleidung besteht mittlerweile komplett oder zu einem Anteil aus Kunstfasern. Bei jeder Wäsche kommt es bei synthetischen Textilien zu einem Faserabrieb, insbesondere, wenn die Waschmaschine nicht voll ist. Diese Mikropartikel können weder von Filteranlagen noch in der Kläranlage vollständig aus dem Wasser entfernt werden. Sie werden von Tieren und Mikroorganismen mit Nahrung verwechselt und geraten so auch wieder in unseren Kreislauf.

Beispiele:

  • Sport- und Trekking-Kleidung
  • Badebekleidung
  • Fleece Pullover und -jacken
  • Synthetik Decken oder Bettwäsche
  • Kopf- und Sofakissen

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT hat erstmals für Deutschland eine sehr differenzierte Abschätzung hierzu erarbeitet. Bei ca. 1,9 % liegt der Anteil der Eintragsmengen durch synthetische Kleidung u.ä. (Fraunhofer UMSICHT, Konsortialstudie Juni 2018).
  • Das Institut identifizierte 74 verschiedene Quellen, die primäres Mikroplastik freisetzen – zu 51 Quellen konnte es auch Mengenangaben abschätzen. Insgesamt werden demnach jährlich 330.000 Tonnen bzw. 4.000 Gramm pro Kopf freigesetzt.
  • Rund 6.200 Tonnen des Mikroplastiks in Deutschland gelangt auf diese Weise in die Umwelt.

Quelle: www.umsicht.fraunhofer.de/content/dam/umsicht/de/dokumente/publikationen/2018/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf

Bei Microbeads handelt es sich um sogenanntes primäres Mikroplastik. Es entsteht nicht beim Zerfall größerer Plastikteile durch Fremdeinwirkung oder Umwelteinflüsse, sondern sozusagen gebrauchsfertig in der Fabrik und wird Produkten absichtlich beigemischt.

  • Microbeads, grob übersetzt Mikroperlen, sind winzige Plastikpartikel, die beispielsweise als Schleifmittel in Peelings zur Reinigung und Glättung der Haut eingesetzt werden.
  • In Kosmetik, die nicht sofort abgespült wird, also in Cremes und Lotionen und dekorativer Kosmetik wie Make-up, Mascara oder Lippenstift verwenden viele Hersteller noch immer Mikroplastikpartikel.
  • Über die Abwässer geraten die winzigen Teilchen ungefiltert in Flüsse und Meere, wo sie zu einem riesigen Problem werden.
  • Giftstoffe lagern sich an den Partikeln an, die von Fischen und anderen Meerestieren verschluckt werden, in die Nahrungskette gelangen und so schließlich auch auf unseren Tellern landen.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Mikroplastik gelangt in großen Mengen auch über Reifenabrieb und durch das Waschen von Synthetik Kleidung in die Meere. Kosmetik trägt verglichen mit diesen Quellen relativ wenig zur Mikroplastikverschmutzung von Gewässern und Meeren bei.
  • 977 Tonnen Mikroplastik und 46.900 Tonnen gelöste Polymere gelangen jährlich in Deutschland allein aus Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln (WPR) ins Abwasser.
  • Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellt in seinem Einkaufsratgeber Mikroplastik eine aktuelle Liste von Kosmetikprodukten mit Mikroplastik zur Verfügung.

Quellen: www.verbraucherzentrale.de und www.bund.net

 

322 Millionen Tonnen Kunststoff werden weltweit jährlich produziert und verbraucht, 12 Millionen davon in Deutschland. Nicht geschlossene Verwertungskreisläufe und menschliches Fehlverhalten führen dazu, dass ein Großteil der Plastikprodukte in unseren Gewässern landet. Das hat verheerende Folgen für Umwelt, Ökosysteme und Menschen.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 80% des Plastikmülls gelangt über die Flüsse in unsere Meere und gefährdet dort das marine Ökosystem.
  • In der Donau treiben mehr Plastikteile als Fischlarven.
  • Allein an der Oberfläche des Rhein treiben etwa 192 Millionen Mikroplastikpartikel.
  • Plastik wird immer öfter in frischem Fisch in deutschen Supermärkten nachgewiesen.

Clean River Project

Dass jeder und jede Einzelne das ändern kann, zeigt die Initiative Clean River Project. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und dagegen vorzugehen. Durch Aufklärung und die Organisation von Aufräumveranstaltungen der Gewässer setzt es sich aktiv für saubere Flüsse und Meere ein. Die Stadt Köln und die AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH unterstützten die Initiative im Rahmen von Kölle Putzmunter mit einer gemeinsam durchgeführten Aktion am Kölner Rheinufer.

Quelle: https://cleanriverproject.de/